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Neue Fahrgastunterstände in Aachen

Im Aachener Stadtgebiet wurden die gesamten Fahrgastunterstände in der letzten Zeit ausgetauscht und bis auf wenige Restarbeiten sind die Arbeiten abgeschlossen.

Es handelt sich um ca. 430 Fahrgastunterstände und ich habe mit Bezug auf den Artikel zum Thema ÖPNV und VEP vom Juni 2015 erlaubt, beim Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen nachzufragen. Link zum Beitrag vom Juni 2015

Meine Anfrage:

Sie hatten im letzten Jahr freundlicherweise für den Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen der Stadt Aachen auf mein Schreiben zum ÖPNV und VEP geantwortet und sind insbesondere auf den Punkt der Barrierefreiheit des ÖPNV eingegangen. Dabei wurden von Ihnen angekündigt, dass doch mehr als 10% der Haltestellen umgebaut werden. Die Novellierung des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) von 2013, in der bis 2022 eine „vollständige Barrierefreiheit“ als politische Zielsetzung durch den  Bund als Gesetzgeber gefordert wird, steht und ist für die Kommunen als Träger bindend. Neue Fahrgastunterstände in Aachen weiterlesen

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Von der Krankheitslehre zur Politik

Gleichstellung und Menschenrechte

Von der Krankheitslehre zur Politik – so nannte Lars Ødegård (1) seine Rede beim Weltkongress Rethinking Rehabilitation 2004 in Oslo. Auf diesem Kongress rief er zum gesellschaftlichen Umdenken und zum Kampf gegen die alltägliche Diskriminierung behinderter Menschen auf. Ich halte das Thema nach wie vor für aktuell und habe die Freude und das Glück diese Rede hier in der Übersetzung von Christiane Link (2) erneut veröffentlichen zu dürfen.

Die Rede

Das Thema der heutigen Veranstaltung ist „Ideale und Verständnis“. Lassen Sie uns anfangen, indem wir über die UN-Erklärung „Gleiche und volle Teilhabe“ nachdenken. Wie verstehen wir wirklich das Ziel dieses Ideals? Was bedeutet es, und beeinflusst es den Bereich der Rehabilitation? Wir sind aufgerufen, umzudenken. Um das zu tun, müssen wir die so genannten allgemein anerkannten Fakten auf den Kopf stellen und uns selbst öffnen für neue und vielleicht anspruchsvolle Perspektiven. Meine Erfahrungen sind natürlich geprägt durch die Tatsache, dass ich Rollstuhlfahrer bin und in Norwegen lebe. Zweifellos unterscheiden sich die Beispiele, die ich vortragen werde, von Beispielen aus anderen Teilen der Welt, aber durch meine 20-jährige Reiseerfahrung auf allen Kontinenten, weiß ich, dass die Einstellungen und Mechanismen, die zur einer behindernden Gesellschaft führen, immer die gleichen sind. Behinderte Menschen auf der ganzen Welt begegnen den gleichen Mythen und Aberglauben. Mythen basieren auf der Annahme, dass unser Leben ein ärmeres ist und dass der Grund dafür in unserer Biologie liegt. Diese Mythen sind vielleicht auch der Grund, warum Behinderung primär eine Angelegenheit des Gesundheitswesens und der öffentlichen Wohlfahrt ist. Es ist an der Zeit, uns klar zu machen, dass Behinderung eine Angelegenheit der Menschenrechte ist. Wenn wir das nicht begreifen, bleibt die Chance, Gleichberechtigung und volle Teilhabe zu erreichen, nur ein Traum. Wir müssen die traditionelle Art, wie wir Behinderung und dadurch auch behinderte Menschen sehen, überdenken. Um umdenken zu können, müssen Sie sich Ihrer eigenen Vorstellungskraft bedienen. Hierfür werde ich vier Bilder aufzeigen, die Sie hoffentlich zu neuer Reflexion und neuem Verständnis ermuntern. Von der Krankheitslehre zur Politik weiterlesen

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Barrierefreiheit auf dem Prüfstand

Die Jusos Aachen-Stadt testen die Barrierefreiheit der Aachener Innenstadt
Gastbeitrag der Jusos Aachen-Stadt

Im Rahmen des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung haben wir am 5. Mai bei einem Spaziergang die Barrierefreiheit der Aachener Innenstadt getestet. Dazu begleiteten uns Menschen mit verschiedenen Behinderungen. Zum Einsatz kam neben einem Rolli und einem Rollator auch ein alterssimulierender Anzug. Außerdem trugen viele von uns Brillen, die verschiedene Seh- und Wahrnehmungsschwächen simulierten. Damit erfuhren wir am eigenen Leib, wie schwer die Bewältigung des Alltags mit Hör- und Sehschwäche sowie Beweglichkeitseinschränkungen sein kann, wenn öffentliche Orte nicht für alle Menschen baulich geeignet ausgelegt sind.

Kaum hatten wir unseren Rundgang begonnen, erzählte uns ein Teilnehmer, dass er die für seine Hochzeit notwendigen Termine beim Standesamt nicht selbst wahrnehmen konnte, da dort kein barrierefreier Zugang besteht. Als wir unseren Weg fortsetzten, begegneten wir direkt unserem ersten Hindernis: Die lückenhafte Verfugung des sowieso schon unwegsamen Kopfsteinpflasters im Bereich der Altstadt. Ein solcher Untergrund kann für einen Rollstuhl oder einen Blindenstock zu erheblichen Komplikationen führen. Barrierefreiheit auf dem Prüfstand weiterlesen

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Teilhabe auch im Rollstuhl

Teilhabe auch im Rollstuhl / ein offener Brief

Sehr geehrte Frau Dr. Lassay,

als Rollstuhlfahrer liegt mir die Teilhabe am öffentlichen und politischen Leben sehr am Herzen. Gerne lese ich in der Tagespresse oder im Internet die Hinweise und Ankündigungen zu den Veranstaltungen, die durch die Partei Bündnis 90 / Die Grünen angeboten bzw. organisiert werden. Bei diesen Veranstaltungen werden für alle Bürgerinnen und Bürger wichtigen Informationen zu verschiedenen Themenbereichen geliefert und diese zur Diskussion gestellt.

Nun möchte ich mich an Sie als Sprecherin des Ausschusses für Soziales, Integration und Demographie mit der Frage wenden, ob es Teil der offiziellen Politik der Partei Bündnis 90 / Die Grünen ist, Veranstaltungsorte auszuwählen, die für Menschen mit einer Behinderung, und hier insbesondere Rollstuhlfahrer, nicht geeignet sind?

Ist es Ziel, Menschen mit einer Behinderung auszuschließen oder durch die Auswahl der Lokalitäten hier bewusst die Teilnahme von Menschen, die auf die Nutzung eines Rollstuhles angewiesen sind, zu beeinträchtigen oder gar unmöglich zu machen? Oder ist es nur einfach die alltägliche Gleichgültigkeit, die verhindert, dass man darüber nachdenkt, welche Anforderungen die Veranstaltungsräume erfüllen sollten?

Es ist leider nicht das erste Mal, dass ich mich mit dieser Frage an die Partei Bündnis 90 / Die Grünen wende und es ist umso bedauerlicher, dass hier keine Änderung in Aussicht ist. Ich muss allerdings einräumen, dass die Partei Bündnis 90 / Die Grünen hier in Aachen nicht alleine solche unangemessenen Lokalitäten wählt. Andere Parteien und Organisationen wählen ähnlich unbedarft Ihre Veranstaltungsstätten aus, so hat zum Beispiel die SPD in der Vergangenheit schon eine Veranstaltung zur Inklusion im Apollo-Kino durchgeführt.

Welche Maßnahmen schlagen Sie denn vor, damit auch Rollstuhlfahrer am Dienstag, den 10.05.2016 den Film: „Voices of Transition“ im Apollo sehen können und am 25.05.2016 an der Veranstaltung mit Herrn Anton Hofreiter im Couven-Museum teilnehmen können? Bitte bedenken Sie bei Ihren Lösungsvorschlägen, dass für eine Teilnahme an einer Veranstaltung nicht nur das Betreten von Räumlichkeiten gehört, sondern ebenfalls die selbständige Nutzung von Begleit- und Serviceangeboten und der sanitären Einrichtungen. Für eine kurzfristige Antwort bin ich Ihnen dankbar.

(ml | Mai 2016)

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Einkaufen mit dem Rollstuhl

Eine alltägliche Aufgabe, Routine und ohne Abenteuer – nicht so mit einem Rollstuhl. Unabhängig von der Frage ob man überhaupt mit einem Rollstuhl in das Geschäft kommt, bleiben noch viele Fragen offen.

Beim Einkauf eines einzelnen Artikels gibt es selten Probleme. Das Buch, ein T-Shirt, die Brötchentüte kann man sich in den Schoß legen und die Kasse aufsuchen und für den weiteren Transport in den Rucksack packen. Aber wie macht man den Wocheneinkauf mit Lebensmittel, Getränken, Körperpflegeprodukten etc.  Wie groß kann der Haufen im Schoß werden, bevor alles herunterfällt? Ein Feldversuch, bei dem die Mitarbeiter des Supermarktes selten erfreut sind.

Nun gibt es den guten alten Einkaufskorb, der manchmal noch neben den Einkaufwagen steht. Diesen kann man auf die Oberschenkel stellen und zumindest ein paar Artikel mehr einladen. Aber was ist, wenn der Sahnebecher undicht ist? Warum muss man den Korb vor der Kasse abstellen und an der Kasse dann doch alles schnell in den Schoß legen?14-EKW_fuerRollstuhlfahrer_frei_web_whg

Die Firma Wanzl Metallwarenfabrik GmbH aus Leipheim bietet hier einen Einkaufswagen an, der einfach an den Rollstuhl gekoppelt wird und eine gute Möglichkeit bietet, den Wocheneinkauf ohne viel Scherben und Bruch zu transportieren. Mit den beweglichen Klammern wird der Einkaufswagen an den Rahmen des Rollstuhls geklemmt und los geht es.

Warum habe ich ein solches Modell hier in Aachen in den Supermärkten und den Discounter noch nicht gesehen? Warum sieht man diese Einkaufswagen eines deutschen Herstellers im Urlaub in Frankreich aber nicht in Deutschland?  Damit wäre der Einkauf kein Problem. Mit dem Einkaufswagen durch den Laden, Ware in Ruhe ausgesucht und in den Einkaufwagen gelegt, an der Kasse auf das Band gelegt, nach der Registrierung wieder in den Einkaufwagen gepackt, in Ruhe verpackt und ins Auto gestellt und zum Schluss den Einkaufswagen zurück gebracht und die Pfandmünze wieder für den nächsten Einkauf aufbewahrt. Einfach so wie jeder sonst auch! Ich bin mal gespannt, welcher Supermarkt als erstes auf die Idee kommt, die Rollifahrer als vollwertige Kunden zu entdecken – billig alleine reicht nicht mehr!

(ml | April 2016)

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Bundesbehindertenbeauftragte Verena Bentele

Rede von Verena Bentele zur Weiterentwicklung des Behindertengleichstellungsrechts im Bundestag, 17.03.2016

„Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden, so steht es in unserem Grundgesetz. Ich bin froh, dass durch die Weiterentwicklung des Behindertengleichstellungsrechts ein Schritt zu mehr Teilhabe gegangen werden soll. Aber kleine Schritte sind zu wenig für einen langen Weg. Ich appelliere daher an die Kraft des Parlamentes: Verpflichten Sie endlich auch die Privatwirtschaft zu mehr Barrierefreiheit.“ Bundesbehindertenbeauftragte Verena Bentele weiterlesen

Ausblick

Weg mit den Barrieren – VdK-Aktion zur Barrierefreiheit

Unter dem Titel „Weg mit den Barrieren“ startet der VdK eine Aktion für ein barrierefreies Deutschland.

Aus dieser Aktion:

Was ist Barrierefreiheit?

Barrierefreiheit umfasst mehr als Rampen, abgesenkte Bordsteine oder die Tonsignale an der Ampel. Barrierefreiheit bedeutet: Alle Aspekte unseres Lebens müssen so gestaltet sein, dass sie die Bedürfnisse aller Menschen berücksichtigen und damit auch von Menschen mit dauerhaften körperlichen, seelischen, kognitiven oder Sinnesbeeinträchtigungen genutzt werden können. Das gilt für öffentlich zugängliche Gebäude, Wohnungen und medizinische Einrichtungen ebenso wie für Verkehrsmittel, Straßen und Plätze, aber auch für Informations- und Kommunikationsmedien.

Weg mit den Barrieren – VdK-Aktion zur Barrierefreiheit weiterlesen

blick von innen

Perspektivwechsel

Ein sehr interessanter  Artikel von Lilian Masuhr  für:
Aus Politik und Zeitgeschichte/bpb.de
Dieser Text wurde unverändert übernommen, weitere Hinweise am Ende des Artikels.

Behinderung und Medien – ein Perspektivwechsel

26.2.2016

„Voll behindert!“ ist besonders auf Schulhöfen und im Internet ein Schimpfwort für alles, was nicht funktioniert. Kommt es zur Begegnung mit einer behinderten Person, bleibt es meist bei vorsichtiger Distanz. Auch Medienschaffende berichten selten auf Augenhöhe über Menschen mit Behinderung und etikettieren sie als „Opfer“, manchmal auch als „Helden“. Dies sind typische Stilmittel von Massenmedien, um Schicksale von 10 Prozent der deutschen Bevölkerung zu inszenieren.[1] Erst allmählich zeigt sich ein Perspektivwechsel, bedingt durch die Umsetzung der Inklusion: Es sollen nicht nur architektonische Barrieren, sondern auch Berührungsängste und Vorurteile abgebaut werden, damit alle Menschen von Anfang an gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben, also nicht erst nachträglich in die Gesellschaft aufgenommen werden (Integration). So wie barrierefreies Bauen Stufen für Rollstuhlfahrer_innen[2] vermeidet, verzichtet inklusive Medienarbeit auf Klischees. Nach Artikel 8 Absatz 2 der UN-Behindertenrechtskonvention sind alle Medienorgane verpflichtet, Menschen mit Behinderung so darzustellen, dass ihre Würde geachtet, Vorurteile bekämpft und ihre Fähigkeiten betont werden. Unabhängig davon inszenieren immer häufiger behinderte Menschen ihren medialen Auftritt selbstbestimmt nach dem Motto „Nichts über uns ohne uns!“, dem Slogan der internationalen Bürgerrechtsbewegung Independent-Living.[3] An die Stelle des Berichts über Menschen mit Behinderung tritt zunehmend das Gespräch mit ihnen. Perspektivwechsel weiterlesen

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Was ist passiert?

In der letzten Zeit haben sich die Meldungen zu Rollstuhlfahrer in Aachen gehäuft.

1.) Rollstuhlfahrer darf nicht in den Dom
2.) Feueralarm – Rollstuhlfahrer kommt nicht aus dem Aquis Plaza

1.) Rollstuhlfahrer darf nicht in den Dom

„Rollstuhlfahrer erhält keinen Zugang zum Dom“, Aachener Nachrichten 18.01.2016,
aachener-nachrichten/lokales/rollstuhlfahrer

Dies ist ein klares Zeugnis dafür, dass die allgemeine Teilhabe von Schwerbehinderten im Allgemeinen und Rollstuhlfahrer im Besonderen noch lange nicht selbstverständlich ist. In den Herbstferien war ich in der Toskana und da war es kein Problem als Rollstuhlfahrer in die kirchlichen und profanen Baudenkmäler zu kommen; ob der Dom in Florenz, Sienna, Luca oder Pisa , oder ob Museen oder Ausstellungen. In Florenz gibt es schon fast einen Rollstuhlverleih, weil man dort in die Uffizien als Rollstuhlfahrer schnell und ohne lange Wartezeit reinkommt. Und wenn es dann doch mal Probleme mit den Rampen gab, waren direkt helfende Hände da und kein missgestimmtes Personal.

Und wenn man sich die Baugeschichte des Aachener Doms ansieht – ein Bauwerk mit Anfängen in der Karolingischen Zeit (Baubeginn vermutlich 793 n. Chr.) auf den resten eines römischen Tempels, an dem über die Jahrhunderte fleißig gebaut, erweitert, ergänzt und verändert wurde. Die vielen Kappellen wurden in der vorherrschenden Gestaltungsmode ihrer Entstehungszeit angebaut, die aktuelle  Innenraumgestaltung des Oktogons geht auf den  Barock (1575 bis 1770) zurück, im Klassizismus erhielten die Fenster der Chorhalle ein neues Maßwerk, etc. etc. etc.  –  aber eine Rampe will man nicht! Ein Schelm, der da etwas Böses denkt.

2.) Feueralarm – Rollstuhlfahrer kommt nicht aus dem Aquis Plaza (Einkaufszentrum)

„Alarm, Angst und keine Hilfe im Aquis Plaza“, Aachener Nachrichten 26.01.2016,
aachener-nachrichten/lokales/aquis-plaza

Es ist leider so, dass in NRW aufgrund der Landesbauornung (LBauO) eine selbstständige Rettung von Menschen mit Behinderung und hier besonders von Rollstuhlfahrern nicht vorgesehen ist. Die Aufzüge funktionieren nicht bzw. dürfen wegen der großen Gefahr der Verrauchung und eines Funktionausfalles im Brandfall nicht genutzt werden, Rampen gibt es nicht und im Rettungsfall kann der Rollstuhlfahrer nur hoffen, dass eine Fremdrettung durch die Feuerwehr schnell genug da ist und ihn noch findet!

Hierzu möchte ich auf meinen Beitrag zu diesem Thema von Februar 2015 verweisen: „Barrierefreiheit, und dann?“ – eine Barriefreiheit für neue, öffentlich zugängliche Gebäude wird zwar durch den §55 der LBauO gefordert, die Eigenrettung ist aber nicht Gegenstand dieser Vorschrift.

Als Rollstuhlfahrer kommt man in diese Gebäude rein, kann sie im Normalfall auch nutzen, muss dies ja auch teilweise, weil sonst Sachen des alltäglichen Lebens nicht erledigt werden können – aber im Alarmfall nicht mehr selbstständig raus! Es sei denn, man hat das Glück im Erdgeschoss zu sein. Aber leider sind in den öffentlichen Gebäuden nicht alle Einrichtungen mit Publikumsverkehr im Erdgeschoss – und wehe wenn man in einem solchen Gebäude als Rollstuhlfahrer arbeitet.  Ist dann der Arbeitsplatz nur im Erdgeschoss?

Es wird Zeit, dass dies durch die schon seit langem geplante Überarbeitung der Landesbauordnung in NRW geregelt wird – andere Bundesländer sind da deutlich weiter. Denn solange wie es nicht durch den Gesetzgeber geregelt wird, solange werden es Investoren nicht umsetzen. Die Bauordnung oder die Feuerwehr kann nur etwas prüfen bzw. fordern, was auch in den gesetzlichen Vorgaben geregelt ist.  Und so lange wird man die Ausrede hören: „ja früher waren die Gesetze eben so“ – erst wollen die Menschen mit einer Schwerbehinderung rein, und jetzt wollen die auch noch im Brandfall raus?

(ml | Februar 2016)

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Was kann ein Rollstuhl sein?

EInnen Rollstuhl kennen wir fast alle; man sieht schon mal einen in der Stadt oder beim Arzt/Krankenhaus. Mittlerweile wird ein Rollstuhl auch schon mal als Requisit beim Film, Fernsehen oder der Werbung genutzt.

Aber ein Rollstuhl kann ein wichtiges Hilfsmittel zur Bewältigung des Alltags sein, für einige Mitmenschen absolut notwendig zur selbstständigen Teilhabe am Berufs-, Kultur- und Gesellschaftsleben. Der Rollstuhl behindert nicht, sonder schafft wieder eine Mobilität, die gerade in unserer heutigen Zeit einen ganz wichtigen Aspekt darstellt. Vielleicht ermöglicht er nach einem Unfall, einer Krankheit wieder eine eigenständige Lebensführung, im idealen Fall alleine, selbstständig und ohne fremde Hilfe.

Welche Rahmenbedingungen müssen dafür geschaffen werden, damit die Versprechungen eines Rollstuhls erfüllt werden können? Ein paar Bedingungen werden im Film gezeigt – viel Spaß.

 

 

(ml | Januar 2016)